Zuviel Regen und zuviel Sonne

Seit ein paar Tagen befinde ich mich in Brisbane, meiner neuen Residenzstadt fuer die naechsten paar Wochen. Das hat mehrere Gruende. Zum einen muss ich leider mal wieder arbeiten und zum anderen erlaubt das Wetter im Moment keine angenehme Weiterfahrt. Es ist einfach unglaublich heiss. Nagut, was erwarte ich, ich bin in Australien. Unterwegs springen wir nur von Schattenplatz zu Schattenplatz, am Strand verlaesst man das Wasser zugunsten eines Raumes mit Aircondition, weil die Sonne einfach nur schmerzhaft brennt und duschen tu ich nur noch eiskalt, was leider auch nicht viel nuetzt. Und wenn die Sonne uns nicht grad gnadenlos braet, regnet es. Das heisst, wir, Anna und ich, bleiben erstmal hier in Brisbane und warten auf guenstigere Konditionen.

Nun stellt sich die Frage: wer ist Anna? Anna ist meine neueste Errungenschaft in Sachen Reisebegleitung. Sie ist witzig, suessigkeitenhasserin, obwohl sie sie tiefst im Inneren liebt, Fruehaufsteherin-und-dann-beschaeftig-werden-Wollerin-indem-sie-einen-aus-dem-Bett-klingelt-und-ich-Aerger-mit-meinen-zehn-Mitbewohnern-kriege (das war jetzt hoffentlich ein eindeutiger Wink ;-), Nudeln-von-fremden-Menschen-Erschleicherin, Schweigen ist silber - Anna ist gold, alles in allem eine aeusserst angenehme Reisebegleitung und ich bin froh, dass ich sie hab. Und ich lerne eine komplett neue Sprache durch sie: bayrisch. Anna, mir brisierts.

Anna kenn ich eigentlich schon seit meiner fruehsten Anfangszeit in Sydney, aber so wirklich haben wir erst seit Weihnachten was miteinander zu tun. Und vollkommen planlos wie wir sind, sagt sie bei einem gemuetlichen 6-Uhr-Cappuccino: "Ich fahr die Ostkueste hoch." Und ich sag:"Kann ich mitkommen?" ... und die Sache war abgemacht. Nach Silvester sollte es losgehen.

Silvester - ein schwarzer Abend in meiner Reisegeschichte. Ich will eigentlich gar nicht drueber reden. Nur ganz kurz: nach viel zu vielen bloeden Umstaenden, gefuehlten tausend zurueck gelegten Meilen in meinen neuen im Sommerschlussverkauf erstandenen goldenen Schuhen und zwei Blasen spaeter, haben wir nur die Haelfte des Familienfeuerwerks gesehen und das grosse im Prinzip ganz verpasst. Dank eines Zweimetermenschen neben mir in der Menge von 22 000 anderen, der eine recht guenstige Sicht hatte und mit einem Verwandten in Burma telefonierte, konnte ich das Spektakel wenigstens in audio erleben. Nachdem er mich, nachdem die ganze Ballerei vorbei war, besserwisserisch anglotzt und fragt, ob ich den wisse, was Burma ist und wo Burma ist, danke ich ihm natuerlich nicht fuer seine Berichterstattung vom Goldregen. Nachdem uns dann auch noch der teure Billigwein geklaut wurde, konnten wir nichtmal unseren Frust wegtrinken und gingen brav ins Bett.

Am naechsten Tag hiess es Rucksack packen, da ich mich am 2. Januar alleine in die Blue Mountains zum wandern aufmachte. Dieses Bergplateau war mal wieder atemberaubend, die dazugehoerigen Wasserfaelle auch und da es mein erster Ausflug in Australien raus aus der Grossstadt war, kann ich nur sagen, dass dieser Kontinent gut mit Neuseeland mithalten kann. Die zwei Tage Natur waren wunderschoen, bevor es am 3. Januar, nun mit Anna, endlich richtig mit der Reise losging. Im unbequemen Nachtbus ging es rauf nach Coffs Habour. Auf der Fahrt hab ich im Dunkeln mein erstes Kaenguru gesehen! War gleich so aufgeregt, dass ich nicht mehr einschlafen konnte, was von allen anderen belaechelt wurde. Mit recht, wie ich am naechsten Tag im Hellen feststellen konnte: die Dinger jumpen hier in Horden durch die Praerie. Nach dem hundertsten wurden sie mir jetzt auch schon langweilig.

Coffs Habour, in aller Fruehe erreicht und angeblich eine wunderschoene Hafenstadt, begruesste uns mit Regen, servierte uns Regen zum Mittag und zum Abendbrot gab es nochmal eine Extraportion. Da es am naechsten Morgen schon nach Byron Bay weiter gehen sollte, haben wir den Hafen und die Stadt im Schnelldurchlauf erkundet und uns ein Fahrrad gemietet. Nachdem wir natuerlich klitschepudelnass waren, haben wir den Rest des Tages mit Film gucken, Karten spielen und essen -so wie immer- hinter uns gebracht. Und wieder in aller Fruehe gings am naechsten Morgen nach Byron Bay ins Paradies! Und davon erzaehl ich dann das naechste mal. Anna will beschaeftigt werden.

14.1.08 09:28

Werbung


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(17.1.08 17:34)
das klingt wirklich sehr, sehr spannend... hoffe du erkundest weiter fleißig die küste und dir geht es auch weiterhin gut, du klingst zumindest glücklich!
Liebe Grüße: der schorsch

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen