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Neusseland hin und zurueck und noch so vieles mehr

Okay, zugegeben, ich werde faul, was diese Seite betrifft, obwohl ich mir immernoch nicht sicher bin, ob sie eh nur von meinen lieben Eltern gelesen wird, die ja sowieso immer auf dem Laufenden sind. Fuer alle anderen (Mama und Papa, ihr koennt jetzt wirklich aufhoeren zu lesen, das wisst ihr alle schon!):

In den letzten Wochen ist wirklich unglaublich viel passiert, ich habe viel gesehen, viel erlebt, zugenommen... Vom 12.11. bis zum 15.12. war ich in Neuseeland. Da ich dort wirklich viel erlebt habe, versuch ich mich jetzt hier nur auf eine sehr sehr kurze Zusammenfassung zu beschraenken. Also NZ ist wirklich atemberaubend schoen. Das sagt im Prinzip schon alles. Aber wie ich im Unterricht gelernt habe, muss man Thesen auch belegen. Also zum ersten ist es dort wunderbar gruen, ueberall. Dann gibt es dort nicht nur tausende von Schafen, sondern mindestens genauso viele Kuehe und Wild. Natuerlich liessen sich mal wieder neuartige Vogelarten entdecken, die witzige Puschel auf dem Kopf haben oder Gerauesche wie Tueren machen, sehr zutraulich sind... Allgemein laesst sich ueber die Vogelwelt aussagen, dass sie merkwuerdigerweise oefter zu Fuss als im Flug unterwegs ist und leider nicht so bunt wie in Australein. Nun eine kleine Abhandlung ueber die Staedte und Menschen NZ's: die Grossstadte, ausgenommen Auckland und Wellington, gleichen unseren deutschen Doerfern, die Menschen sind allgemein netter, hilfbereiter und nicht so gehetzt, wie in Deutschland. Einige Punkte zum Verkehr: im Prinzip hat NZ ein gutausgebautes Verkehrsnetz, das dennoch nicht sehr stark befahren ist. Mein persoenliches Highlight: die Fussgaengerampeln zaehlen rueckwaerts, sodass der geneigte Troedler genau abschatzen kann, ob er sich beim Ueberqueren der Strasse beeielen muss oder nicht. So, das war jetzt alles bla bla bla. Nun zu den wirklich tollen Seiten Neuseelands. Es gibt wirklich viel zu erlben und zu sehen: Vulkane, wunderschoene Straende, Wiesen, Berge, unglaubliche Kuestenformationen, Mudpools und Schwefelbaeder... und nun fuer alle, die es ganz genau wissen wollen: den Milford Sound, die Pancake Rocks, den Abel Tasman NP, den Tongariro NP, Lake Taupo, Queenstown, Rotorua, Wai-O-Taupo, Coromandel. Da NZ das Land der Funsportarten ist, kamen auch diese nicht zu kurz, obwohl ich gerne noch mehr ausprobiert haette, was mir mein Zeitmangel und Geldmangel leider unteragt haben. Mit Jetboat und Kayak fahren ging es gediegen los. Dann war ich beim Canyoning. Ein einzigartiger Trip und ich bin ja eine Tussi, aber da war ich mutig. Abseilen, von Klippen und Wasserfaelle runter springen oder einfach rueckwaerts runter rutschen lassen. Ein riesengrosser Spass! Ein paar Tage spaeter dann hat ein Fallschirmsprung meinen Adrenalinspiegel absolut in die Hoehe schnellen lassen. Der war einfach nur gigantisch und wunderschoen. Wenn ich hier in Australien nochmal reich werde, muss ich den wohl wiederholen. Aber erstmal abwarten. Diese vier wunderschoenen Wochen in Neuseeland bleiben eine unvergesslich schoene Zeit fuer mich und ich danke meinen Eltern, die mir diese Reise mit ermoeglicht haben!

1 Kommentar 10.1.08 09:04, kommentieren



Weihnachten in Sydney

Zureuck aus NZ gings gleich wieder fuer mich ans Geld verdienen. Diesmal nur als Spendensammler, fuer eine ominoese Gesellschaft, die sich Aidshilfe nannte. Ich will nicht wissen, wo mein gesammeltes Geld wirklich hinfloss, aber ich will meinen ehemaligen Arbeitgebern ja auch nichts unterstellen... Obwohl die wirkliche Weihnachtszeit fuer uns Backpacker fernab von Familie, Plaetzchen und Kaelte eigentlich ausgefallen ist, hatte ich doch einen sehr schoenen heiligen Abend im Kreise meiner hier gewonnenen Freunde. Wir waren zu acht, den "Weihnachtsbaum" haben Doreen, bei der ich liebenswuerdigerweise ueber die Feiertage auf dem Fussboden schlafen durfte, weil ich mir kein Hostel leisten konnte, am Tag zuvor im Botanical Garden geklaut, wir hatten genau eine Herdplatte und weder Tisch noch Stuehle. Als Weihnachtsschmaus konnten wir dennoch Huehnchengeschnetzeltes in Pliz-Zwiebel-Sahne-Sosse mit Nudeln zaubern. Der Nachtisch, Schokofondue, hat leider nicht mehr reingepasst und wurde am naechsten Tag verspeist. Dann gabs eine kleine Bescherung und dann wollten wir noch zum Mitternachtsgottesdienst, aber die Kathedrale (!) war einfach schon zu voll, das wir nicht mehr reinkamen. Und irgendwann ging es dann ganz besinnlich fuer uns alle ins Bett. Und da muss ich jetzt auch hin...

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Zuviel Regen und zuviel Sonne

Seit ein paar Tagen befinde ich mich in Brisbane, meiner neuen Residenzstadt fuer die naechsten paar Wochen. Das hat mehrere Gruende. Zum einen muss ich leider mal wieder arbeiten und zum anderen erlaubt das Wetter im Moment keine angenehme Weiterfahrt. Es ist einfach unglaublich heiss. Nagut, was erwarte ich, ich bin in Australien. Unterwegs springen wir nur von Schattenplatz zu Schattenplatz, am Strand verlaesst man das Wasser zugunsten eines Raumes mit Aircondition, weil die Sonne einfach nur schmerzhaft brennt und duschen tu ich nur noch eiskalt, was leider auch nicht viel nuetzt. Und wenn die Sonne uns nicht grad gnadenlos braet, regnet es. Das heisst, wir, Anna und ich, bleiben erstmal hier in Brisbane und warten auf guenstigere Konditionen.

Nun stellt sich die Frage: wer ist Anna? Anna ist meine neueste Errungenschaft in Sachen Reisebegleitung. Sie ist witzig, suessigkeitenhasserin, obwohl sie sie tiefst im Inneren liebt, Fruehaufsteherin-und-dann-beschaeftig-werden-Wollerin-indem-sie-einen-aus-dem-Bett-klingelt-und-ich-Aerger-mit-meinen-zehn-Mitbewohnern-kriege (das war jetzt hoffentlich ein eindeutiger Wink ;-), Nudeln-von-fremden-Menschen-Erschleicherin, Schweigen ist silber - Anna ist gold, alles in allem eine aeusserst angenehme Reisebegleitung und ich bin froh, dass ich sie hab. Und ich lerne eine komplett neue Sprache durch sie: bayrisch. Anna, mir brisierts.

Anna kenn ich eigentlich schon seit meiner fruehsten Anfangszeit in Sydney, aber so wirklich haben wir erst seit Weihnachten was miteinander zu tun. Und vollkommen planlos wie wir sind, sagt sie bei einem gemuetlichen 6-Uhr-Cappuccino: "Ich fahr die Ostkueste hoch." Und ich sag:"Kann ich mitkommen?" ... und die Sache war abgemacht. Nach Silvester sollte es losgehen.

Silvester - ein schwarzer Abend in meiner Reisegeschichte. Ich will eigentlich gar nicht drueber reden. Nur ganz kurz: nach viel zu vielen bloeden Umstaenden, gefuehlten tausend zurueck gelegten Meilen in meinen neuen im Sommerschlussverkauf erstandenen goldenen Schuhen und zwei Blasen spaeter, haben wir nur die Haelfte des Familienfeuerwerks gesehen und das grosse im Prinzip ganz verpasst. Dank eines Zweimetermenschen neben mir in der Menge von 22 000 anderen, der eine recht guenstige Sicht hatte und mit einem Verwandten in Burma telefonierte, konnte ich das Spektakel wenigstens in audio erleben. Nachdem er mich, nachdem die ganze Ballerei vorbei war, besserwisserisch anglotzt und fragt, ob ich den wisse, was Burma ist und wo Burma ist, danke ich ihm natuerlich nicht fuer seine Berichterstattung vom Goldregen. Nachdem uns dann auch noch der teure Billigwein geklaut wurde, konnten wir nichtmal unseren Frust wegtrinken und gingen brav ins Bett.

Am naechsten Tag hiess es Rucksack packen, da ich mich am 2. Januar alleine in die Blue Mountains zum wandern aufmachte. Dieses Bergplateau war mal wieder atemberaubend, die dazugehoerigen Wasserfaelle auch und da es mein erster Ausflug in Australien raus aus der Grossstadt war, kann ich nur sagen, dass dieser Kontinent gut mit Neuseeland mithalten kann. Die zwei Tage Natur waren wunderschoen, bevor es am 3. Januar, nun mit Anna, endlich richtig mit der Reise losging. Im unbequemen Nachtbus ging es rauf nach Coffs Habour. Auf der Fahrt hab ich im Dunkeln mein erstes Kaenguru gesehen! War gleich so aufgeregt, dass ich nicht mehr einschlafen konnte, was von allen anderen belaechelt wurde. Mit recht, wie ich am naechsten Tag im Hellen feststellen konnte: die Dinger jumpen hier in Horden durch die Praerie. Nach dem hundertsten wurden sie mir jetzt auch schon langweilig.

Coffs Habour, in aller Fruehe erreicht und angeblich eine wunderschoene Hafenstadt, begruesste uns mit Regen, servierte uns Regen zum Mittag und zum Abendbrot gab es nochmal eine Extraportion. Da es am naechsten Morgen schon nach Byron Bay weiter gehen sollte, haben wir den Hafen und die Stadt im Schnelldurchlauf erkundet und uns ein Fahrrad gemietet. Nachdem wir natuerlich klitschepudelnass waren, haben wir den Rest des Tages mit Film gucken, Karten spielen und essen -so wie immer- hinter uns gebracht. Und wieder in aller Fruehe gings am naechsten Morgen nach Byron Bay ins Paradies! Und davon erzaehl ich dann das naechste mal. Anna will beschaeftigt werden.

1 Kommentar 14.1.08 09:28, kommentieren

BBBB - Byron Bay bis Brisbane

Wir kamen relativ frueh in Byron Bay an und dachten in unserer unbeschwerten Jugend, dass es wohl in einem der unzaehligen Hostels wohl noch ein oder zwei frei Betten geben wuerde. Dreissig Telefonate spaeter mit allen genervten Rezeptionisten der Umgebung wurden wir eines besseren belehrt. Da auch das Wetter trotz tropischer Hitze versprach sich demnaechst in Regen zu verwandeln und somit am Strand schlafen entfiel, haben wir kurz entschlossen ein Zelt gekauft, unsere Sachen in einem Schliessfach in der Stadt gelassen und sind dann zum naechsten Campingplatz maschiert. Das Zelt stand recht fix und es ging zurueck in die Stadt, man darf ja keine Zeit verlieren. Byron Bay ist ein relativ kleines dorf, in dem es ungelogen nur junge, gut aussehende Menschen gibt. Und Hippies. Ueberall. Der Hauptanteil der Menschen dort ist bekifft, traegt keine Schuhe und rasiert sich nicht die Beine. Den Rest des Nachmittages haben wir auf einem Markt verbracht, der uns direkt in die 70er zurueck versetzt hat. Die Menschen sassen da mit ihren Trommeln, es wurde getanzt, gesungen, gehandelt, geraucht und das alles unter dem Stern des Friedens. Byron Bay ist einfach ein kleines Stueck Vergangenheit in unserer Welt. Regen, der mal wieder die ganze Nacht waehrte, trieb uns in unserer 45$ Zelt, das erstaunlicherweise, den Fluten standhielt.

Am naechsten Morgen nahmen wir den Bus nach Nimbim, Byron Bay in extrem. Das Dorf besteht aus einer Strasse, an allen Ecken wurden uns offen Drogen in allen Formen angeboten und auch alle Laeden waren ohne Ausnahme auf den Handel mit bestimmten Waren ausgerichtet. Mein absoluter Favorit war jedoch ein kleiner Junge, nicht aelter als 11, der rumging und alle Menschen fragte, ob sie nicht ein wenig Hasch aus seiner Colestuete kaufen wollen.

Den naechsten Tag mussten wir optimal nutzen: die Sonne schien! Das hiess, ab an den Stand und braten. Und dort haben wir nun wirklich das Paradies gefunden. Goldener Sand, glasklares warmes Wasser, Palmen und kaum Menschen. Einfach herrlich. Am Abend bin ich noch ohne Anna, die musste sich vom Erholen erholen, ein wenig wandern gegangen zum oestlichsten Punkt Australiens, wie auch immer der Name war.

Am naechsten Morgen ging es dann nach Brisbane. Hier sollte fuer uns der Ernst des Lebens wieder losgehen. Und so war es dann auch, da wir die naechsten 2 Wochen ausschliesslich mit der deprimierenden Suche nach Arbeit beschaeftigt waren und auch noch sind. Fuer Backpacker gibt es im Moment kaum Morglichkeiten, Geld zu verdienen. Es wurden einfach zu viele von uns ins Land gelassen und es gibt nicht so viel Arbeit. Auf die Felder kann man wegen der Ueberschwemmungen im Moment auch nicht, sodas jeder nur darauf wartet, endlich Glueck zu haben und irgendwo Arbeit zu finden. Und das kostet Neven, Zeit und Geld. Ich habe jetzt zum Glueck nachts einen Job als Barkeeperin und tagsueber arbeit ich in einem Reisebuero und als Tellerwaescherin. Das macht alles richtig Spass und die Leute sind nett. Ich hab wirklich Glueck gehabt. Leider hat Anna immer noch keinen Job, sodass ich eventuell in den naechsten Tagen mit ihr in ein Working Hostel abreise, wenn sie nichts findet. Keine Ahnung wie wir das in den naechsten Tagen drehen werden, aber irgendeine Loesung findet sich schon. Hat ja bis jetzt immer geklappt.

2 Kommentare 19.1.08 02:01, kommentieren