Sonne, Sand und Meer

Endlich! Nachdem wir unseren feuchten Ausflug ins australische Hinterland Queenslands überlebt und noch am selbigen Abend bei Live-Musik und tooheys fröhlich begossen hatten, begrüßte uns am nächsten Morgen die Sonne. In der Küche unseres Hostels fand ich unter dem free food ein kleines Glas Nutella und einen verschwindenen Rest Instantcoffe und der Tag hätte nicht besser beginnen können, als mit einem ausgiebigen Frühstück auf der Terrasse unter Palmen. Aber wahrscheinlich hätte mir alles mögliche an diesem Morgen zustoßen können. Es konnte praktisch nur noch besser werden. Da meine beiden Herzallerliebsten noch ordentlich einen in der Krone hatten und unsere Nacht im Riesendorm mit 14 Betten ihrem Ausnüchterungsprozess nichts zu Gute taten, ging die heutige Fahrt an mich und nach mehreren Gratisrunden in den Kreisverkehren Noosas (Australiens Kreisverkehrsreichste Stadt) fanden wir uns gegen Mittag in Rainbow Beach ein. Der Name versprach mehr, als er halten konnte, aber schließlich waren wir nicht zum baden hier. Rainbow Beach ist nur der Ausgangsort für Fraser Island, der größten Sandinsel der Welt, wo angeblich mehr Sand liegen soll, als in der Sahara. Zumindest damals. Nach unserem dreitägigen Besuch hatten wir auch einen nicht unerheblichen Anteil des Sandes im Auto. Aber bevor es auf die Insel gehen konnte, mussten wir uns von einem Lehrfilm über die Gefahren, die uns dort ereilen konnten, aufklären lassen. Danach hatte ich schon gar keine Lust mehr. Neben den Gefahren, die ich als doof, aber im Falle des Eintretens okay einstufen würde, wie zum Beispiel mit dem Jeep im Sand stecken bleiben, Sand im Zelt und gegen den Wind pinkeln (kein Witz), gab es auch die Gefahren, die mir zeigten, dass wir aller Wahrscheinlich nach nicht vollständig unseren Trip fortsetzten würden. Auf Fraser Island gibt es die 14 tödlichsten Spinnen der Welt (und nur Gott weiss, wie die Viecher aussehen), die tödlichsten Schlangen Australiens (eine Woche zuvor wurde ein Backpacker durch einen Schlangenbiss getötet, weil er das Zelt über Nacht nicht richtig geschlossen hatte, obwohl man, bevor man auf die Inseln gelassen wird, dafür unterschrieben muss, dass man diesen besagten Film gesehen und verstanden hat - naja, vielleicht war unser Freund ja Asiate, die nicken ja bei allem), Haie, Stachelrochen und Würfelquallen ("don't touch the water!!!") und Dingos, die man, wie uns der freundliche Herr im Film mitteilte, neuerdings auch abschiessen durfte, da einer dieser hundeähnlichen Tierchen einmal ein Baby zum Mittag genoss. Na zum Glück hatten wir alle unser Maschinengewehr dabei. All dies erzählte uns der Mann im Film mit einer - Entschuldigung - Arschgelassenheit, als ob dies zu den natürlichsten Dingen der Welt gehört. Ich war beunruhigt. Und um dies vorab zu nehmen, oh Wunder, ich habe überlebt, obwohl mir jedes dieser einzelnen Tiere in den folgenden drei Tagen begegnete. Ok, ob die Spinnen, die wir sahen und einige von uns an ihren Klamotten hängen hatten, zum Glück nicht ich, wirklich giftig waren, weiss ich nicht, aber ich nehme es in meiner Phantasie gerne an, um die Sache spektakulärer zu gestalten. Und nun ein letztes Wort zu diesem Stückchen Filmgeschichte. Wie ich im Laufe meiner folgenden Reise festgestellt habe, gilt der gemeine Australienbesucher erst dann als wirklicher Reisender und Australienkenner, wenn er die Dingo-Abwehrstellung in allen ihren Einzelheiten vollständig beherrscht. Aber das mach ich hier jetzt nicht vor. Nur soviel sei verraten: die Abfolge diffiziler Bewegungen in Verbindung mit bestimmten Worten, an deren Ende ich dem Dingo erkläre, dass er jetzt aber bitte nach Hause gehen soll, gilt in Australien als Insider. Wichtigste Vorraussetzung dabei ist, dass der Dingo fließend Englisch spricht. Bei derartigen Auseinandersetzungen bleibt in der Regel keine Zeit, auf den Dolmetscher zu warten. Und auch wenn Eigenlob stinkt, ich beherrsche dieses kleine Manöver perfekt und wenn ich eins mit Sicherheit über meine Zukunft sagen kann: einem Dingo werde ich niemals als Mahlzeit dienen, noch nichtmal als Snack! Am nächsten Morgen sollte um acht Uhr unser kleines Abenteuer starten, australisch pünktlich hatten alle um zehn geduscht. Unsere Gruppe bestand aus elf Mann, drei Frauen, der Rest tat männlich und ich war die einzige Deutsche. Das muss ich ausdrücklich dazu sagen, da dies zumindest eine absolute Ausnahme in Australien ist und ich wieder einmal eigenlobend unterstreichen möchte, dass mein Englisch mittlerweile so gut war, dass ich auch in dieser Sprache Spass haben konnte. Nachdem wir unseren Jeep beladen hatten, der Alkohol war das Einzig richtig angeschnallte, setzten wir mit der Fähre über und los gings. Eine Gefahr, vor der man mich nicht im Video gewarnt hatte, war ein Ire am Steuer. Kurzentschlossen übernahmen wir Frauen das Steuer und, ungelogen!, es gab keine Beschwerden von der männlichen Front. Die hatten sich selber mit Bier ruhig gestellt. Die nächsten Tage verliefen relativ ähnlich. Wir alle waren der Faszination für diese wunderschöne Insel vollkommen hingegeben. Der kilometerlange, breite, menschenleere Strand war unsere Straße und bot den meisten Spass, den man als Autofahrer je auf der Welt erleben kann. Da waren wir uns alle einig. Es ist ein einmaliges Gefühl, den Strand entlang zu rasen, links der Regenwald, rechts das Meer und über uns der strahlend blaue Himmel! Wenn wir nicht im 4W (der Profiname für unseren fahrbaren Untersatz) unterwegs waren, machten wir uns eine schöne Zeit am Lake McKenzie (dem blausten See, den ich je gesehen habe), an den Champagne Pools, am Indien Head oder am Lake Wabby, alles natürliche Sehenswürdigkeiten, die diese Einstufung mit Recht tragen. Hiermit erkläre ich Fraser Island als atemberaubend schön! ...mit atemberaubenden Abenteuerfaktor, wie man ihn sich vorstellt, wenn man als noch nie Dagewesender ans ferne Oz denkt. Gefahren am Strand (doppeldeutig zu lesen), Tiere der unmöglichen Art, übernachtet im Zelt, strenger Zeitplan, bevor man von der Flut geholt wird, Inlandtracks - praktisch nicht vorhandene Wege, die ins Innere der Insel führen, jedoch nur aus hohem, unbefestigtem Sand bestehen und sehr zum Umkippen des Fahrzeuges einladen, so wie breakaways, Unerspülungen des Sandes, die mit selbigen Effekt, nicht sichtbar am Strand lauern. Alles in Allem ein riesen Gaudi! Wen stört da schon der ein oder andere Dingo? Aber so wie alles hatte auch dieser Spaß irgendwann ein Ende, für uns leider schon nach drei Tagen. Auf den letzten Metern, dies ist wortwörtlich zu betrachten, das erste Mal im tiefen Sand stecken geblieben, ging es vollzählig, oh ja, alle überlebten (wie wir dem Mann in unserem Lieblingsfilm nur zu gerne aufs Brot geschmiert hätten, nachdem er uns ein so schlimmes Ende vorher gesagt hatte), zurück nach Rainbow Beach. Auch dieses Abenteuer begossen wir noch am selbigen Abend feuchtfröhlich bei unserem gemeinsamen Barbie (nein, es handelt sich um keine Puppe, sondern um die australische Abkürzung für ein Barbeque). Ach ja, Australien... an der Ostküste trinkt man auf alles, vor allem aber darauf, dass man noch lebt! In diesem Sinne, auf einen neuen Tag, der uns, auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, ins wunderschöne Town of 1770, auch genannt Agnes Water, führen sollte! Dorthin, wo für James Cook, den gepriesenen Entdecker Australiens, noch die Welt in Ordnung und das Leben schön war.

1 Kommentar 24.7.08 23:41, kommentieren

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Heading North

Vor gut zwei Wochen ging meine Reise also los. Panus, Emils und mein erstes Ziel war Noosa, nur zwei Stunden noerdlich von Brisbane. Den Tag dort verbrachten wir hauptsarchlich damit, eine Unterkunft zu finden und am Strand, der eine totale Kopie von Byron Bay ist. Das will dort natuerlich keiner hoeren, ist aber wirklich so. Es ging fuer uns drei relativ frueh ins Bett und ich konnte natuerlich nicht schlafen, da ich zu einer Uhrzeit im Bett lag, zu der ich die letzten 2 Monate noch nichtmal angefangen hab, zu arbeiten. Am naechsten Morgen nahmen wir unsere Taschen, vollgepackt mit nur dem Noetigsten fuer 3 Tage und ab ging es in den australischen Busch. Als wir diese Tour gebucht hatten, haben wir definitiv nicht erwartet, dass es im Busch so buschartig zugeht. Wir wollten fuer 3 Tage die Noosa Everglades erkunden, und zwar im Kanu. Ursprunglich waren wir eine Gruppe von ca. 20 Mann. Uns wurden die Boote zugeteilt und eine per Hand gemalte Skizze der Umgebung in die Hand gedrueckt und wir wurden nur noch mit den freundlichen Worten:"Wer in drei Tagen um 10.00 Uhr nicht wieder hier ist, hat Pech gehabt." verabschiedet. Ok, paddeln wir halt los, wird schon nicht so schlimm. Nach stolzen 3 Minuten, oder weniger, hatten meine Maenner und ich den Rest der Gruppe verloren. Naja, nicht verloren, die waren nur auf einmal weg. Aber wir hatten ja unser Schmierblatt, wo ein Kreuz war, wo wir die Nacht verbringen sollten, also haben wir uns munter allein stromaufwaerts gepaddelt und kamen knapp vor Sonnenuntergang an unserem Nachtlager an, wo der Rest der Gruppe belustigt feststellte, das wir definitiv unsportlich sind, da wir fuer den Weg ewig brauchten. Diesen Eindruck konnten wir leider auch die naechsten Tage nicht mehr los werden, da wir fortan immer die Letzten waren. Erste Erkenntnis: da mach ich schon ne Kanutour mit zwei Jungs im Boot, um nicht selber paddeln zu muessen und die beiden erweisen sich als zwei Exemplare der unsportlichen Sorte. Die zweite Erkenntnis folgte wenig spaeter: auch im Zelt aufbauen bin ich ihnen Meilen vorraus. Und um die Spannung vorweg zu nehmen: in den letzten zwei Wochen war ich auch offizielle Kartenleserin und Autofahrerin, da es den beiden auch an diesen Faehigkeiten fehlt. Und wer weiss, wie mies ich Auto fahre, kann so nur ungefaehr einschaetzen, wie meine Skandinavier sich anstellen... Zurueck zu Noosa.  Wir waren also in der absoluten Pampa. Und dann ging der Regen los. Ich habe noch nie einen solchen Regen erlebt. Es war purer tropischer Monsun, der unser Lager in wenigen Sekunden unter Wasser setzte. Wir wateten knietief in Wasser, alle Sachen waren nass und wir schliefen in Pfuetzen. Der Regen dauerte alle drei Tage an, ohne Pause. Ich war noch nie in meinem Leben so lange am Stueck nur nass. Aber da wir es nicht aendern konnten, haben wir uns trotzdem am naechsten Morgen in unser Boot geschwungen und haben einen Tagesausflug zu Wasser gemacht und dann einen Bushwalk auf eine riesige Sandduene gemacht. Duene klingt klein, aber wir brauchten 3 Stunden, bis wir oben waren. Und dann gings auch schon wieder den langen Weg zurueck zu den Zelten, wieder alles knapp vor Sonnenuntergang. Am naechsten Morgen wurde das komplette Lager in aller Fruehe zusammen gepackt und wir machten uns zureuck auf den Weg zur Zivilisation. Als wir ankamen, hatte dann auch der Regen ein Ende. Das war also die hochgelobte Noosa Everglades Tour, die jeder mal gemacht haben sollte. Ich haette sie mir definitiv sparen koennen.

1 Kommentar 8.4.08 07:33, kommentieren

Die ultimative Zusammenfassung der Aera Brisbane

So, nun bin ich schon seit ueber 2 Monaten hier in BBN und in 2 Tagen hat auch diese Zeit hier wieder ein Ende. Als ich im Januar hier ankam, hatte ich keine Ahnung, wie lange ich bleiben wuerde, wo ich wohnen wuerde, was ich hier machen werde. Ich wusste nur, dass ich schnellstmoeglich Geld verdienen muss, da ich definitiv blank war. Die eine Woche Jobsuche hier, war die schlimmste ueberhaupt, seit ich hier in Australien bin. Es war wirklcih schwer, was zu finden, aber dennoch: jeder, der sucht, findet auch etwas. Bei mir hat sich alles recht gluecklich zusammen gefuegt, so dass ich die letzten zwei Monate mit 3 Jobs gutes Reisegeld verdienen konnte. Nach den Wochen in Neuseeland, Sydney und dem Weg nach BBN tat mir auch der Alltag ganz gut, den ich hier erleben durfte. Jeden Tag der letzten 9 Wochen gings fuer mich von 12.00 bis 14.00 zum Tellerwaschen in einen Take Away fuer Salad, dann von 14.00 bis 16.00 zum hauptsaechlich Flyer verteilen fuer Peter Pan Travel. Klingt beides sehr spannend und abwechslungsreich. War es defintiv. Beides keine anstrengenden Jobs und fuer immer muede Menschen wie mich genau das richtige. Fuenf Tage die Woche gings dann jede Nacht fuer mich in die Down Under Bar, den fuer mich schoensten Arbeitsplatz der Welt. Die Bar ist gross, leicht schmorkelig, es haengen nur besoffene unsymphatische Typen herum, man wir staendig angebaggert oder beschimpft und ich finde es einfach wunderbar. Das liegt wahrscheinlich an den grossartigen Menschen, mit denen ich dort taeglich arbeite und mit denen ich mir auch seit ueber zwei Monaten das schon legendaere Zimmer 218 teile. Das sind Emma, Louise, Chris und Vicki, allesamt aus Grossbritanien und Sonja, meine deutsche Verstaerkung. Wir machen alles zusammen. Wir essen zusammen, schauen Filme, arbeiten zusammen, teilen uns ein Bad und verbringen Stunden gemeinsam auf unserem Balkon. Diese wundervollen Leute veranlassen mich dann auch, auch an meinen freien Abenden, den Weg in unsere Bar zu finden. So wurde diese Bar mein zweites Zuhause und diese Menschen wurden engere Vertraute fuer mich, als einige "Freunde", mit denen ich die letzten Jahre meine Zeit in Deutschland verbracht habe. Das waren eigentlich schon meine letzten zwei Monate. Mein Wirkunsbereich umfasste ca. 100m, das ist der Weg zum Take Away. Der naechste Supermarkt liegt genau dazwischen und meine Bar nur drei Stockwerke unter unserem Zimmer. Damit habe ich von meinen Zimmergenossen schon das groesste Wirkungsfeld, da diese das Gebaude nicht mal verlassen  muessen, um zur Arbeit zu kommen. Damit erscheinen wir alle ziemlich faul. Sind wir auch. Aber wir finden's herrlich!

Am Mittwoch geht fuer mich dennoch endlich die Reise weiter. Ich fahre in einem Ford Falcon (nach dem Skydive mein zweiter grosser Traum erfuellt, yippie) mit einem Norweger und einem Finnen die Ostkueste hoch. Die beiden kenne ich kein bisschen, aber ich hab ein gutes Gefuehl... und Pfefferspray. War ein Spass... Wir werden solange wir es mit einander aushalten, den Weg nach Norden suchen und an Plaetzen "touristischen Interesses" halten. Kanusafari, Segeltrips, Tauchgaenge im Great Barrier Reef und 3taegige 4W Tour ueber die groesste Sandinsel der Welt sind schon gebucht, so dass am Mittwoch unser Abenteuer starten kann. Mitte April flieg ich nach Darwin und dann gehts im Bus fuer 2 Wochen quer durchs Outback nach Adelaide. Dieser Kontinent ist doch leicht gross. Soweit ist mein vorlaeufiger Plan, ob alles klappt und dabei bleibt, weiss ich nicht. Vielleicht, vielleicht auch nicht. Ich lass mich mal wieder ueberraschen. Zumindest hab ich geplant, nicht mehr zu arbeiten. Ab Mittwoch erwarten mich 10 Wochen purer Urlaub. Endlich!

3 Kommentare 24.3.08 07:33, kommentieren

BBBB - Byron Bay bis Brisbane

Wir kamen relativ frueh in Byron Bay an und dachten in unserer unbeschwerten Jugend, dass es wohl in einem der unzaehligen Hostels wohl noch ein oder zwei frei Betten geben wuerde. Dreissig Telefonate spaeter mit allen genervten Rezeptionisten der Umgebung wurden wir eines besseren belehrt. Da auch das Wetter trotz tropischer Hitze versprach sich demnaechst in Regen zu verwandeln und somit am Strand schlafen entfiel, haben wir kurz entschlossen ein Zelt gekauft, unsere Sachen in einem Schliessfach in der Stadt gelassen und sind dann zum naechsten Campingplatz maschiert. Das Zelt stand recht fix und es ging zurueck in die Stadt, man darf ja keine Zeit verlieren. Byron Bay ist ein relativ kleines dorf, in dem es ungelogen nur junge, gut aussehende Menschen gibt. Und Hippies. Ueberall. Der Hauptanteil der Menschen dort ist bekifft, traegt keine Schuhe und rasiert sich nicht die Beine. Den Rest des Nachmittages haben wir auf einem Markt verbracht, der uns direkt in die 70er zurueck versetzt hat. Die Menschen sassen da mit ihren Trommeln, es wurde getanzt, gesungen, gehandelt, geraucht und das alles unter dem Stern des Friedens. Byron Bay ist einfach ein kleines Stueck Vergangenheit in unserer Welt. Regen, der mal wieder die ganze Nacht waehrte, trieb uns in unserer 45$ Zelt, das erstaunlicherweise, den Fluten standhielt.

Am naechsten Morgen nahmen wir den Bus nach Nimbim, Byron Bay in extrem. Das Dorf besteht aus einer Strasse, an allen Ecken wurden uns offen Drogen in allen Formen angeboten und auch alle Laeden waren ohne Ausnahme auf den Handel mit bestimmten Waren ausgerichtet. Mein absoluter Favorit war jedoch ein kleiner Junge, nicht aelter als 11, der rumging und alle Menschen fragte, ob sie nicht ein wenig Hasch aus seiner Colestuete kaufen wollen.

Den naechsten Tag mussten wir optimal nutzen: die Sonne schien! Das hiess, ab an den Stand und braten. Und dort haben wir nun wirklich das Paradies gefunden. Goldener Sand, glasklares warmes Wasser, Palmen und kaum Menschen. Einfach herrlich. Am Abend bin ich noch ohne Anna, die musste sich vom Erholen erholen, ein wenig wandern gegangen zum oestlichsten Punkt Australiens, wie auch immer der Name war.

Am naechsten Morgen ging es dann nach Brisbane. Hier sollte fuer uns der Ernst des Lebens wieder losgehen. Und so war es dann auch, da wir die naechsten 2 Wochen ausschliesslich mit der deprimierenden Suche nach Arbeit beschaeftigt waren und auch noch sind. Fuer Backpacker gibt es im Moment kaum Morglichkeiten, Geld zu verdienen. Es wurden einfach zu viele von uns ins Land gelassen und es gibt nicht so viel Arbeit. Auf die Felder kann man wegen der Ueberschwemmungen im Moment auch nicht, sodas jeder nur darauf wartet, endlich Glueck zu haben und irgendwo Arbeit zu finden. Und das kostet Neven, Zeit und Geld. Ich habe jetzt zum Glueck nachts einen Job als Barkeeperin und tagsueber arbeit ich in einem Reisebuero und als Tellerwaescherin. Das macht alles richtig Spass und die Leute sind nett. Ich hab wirklich Glueck gehabt. Leider hat Anna immer noch keinen Job, sodass ich eventuell in den naechsten Tagen mit ihr in ein Working Hostel abreise, wenn sie nichts findet. Keine Ahnung wie wir das in den naechsten Tagen drehen werden, aber irgendeine Loesung findet sich schon. Hat ja bis jetzt immer geklappt.

2 Kommentare 19.1.08 02:01, kommentieren

Zuviel Regen und zuviel Sonne

Seit ein paar Tagen befinde ich mich in Brisbane, meiner neuen Residenzstadt fuer die naechsten paar Wochen. Das hat mehrere Gruende. Zum einen muss ich leider mal wieder arbeiten und zum anderen erlaubt das Wetter im Moment keine angenehme Weiterfahrt. Es ist einfach unglaublich heiss. Nagut, was erwarte ich, ich bin in Australien. Unterwegs springen wir nur von Schattenplatz zu Schattenplatz, am Strand verlaesst man das Wasser zugunsten eines Raumes mit Aircondition, weil die Sonne einfach nur schmerzhaft brennt und duschen tu ich nur noch eiskalt, was leider auch nicht viel nuetzt. Und wenn die Sonne uns nicht grad gnadenlos braet, regnet es. Das heisst, wir, Anna und ich, bleiben erstmal hier in Brisbane und warten auf guenstigere Konditionen.

Nun stellt sich die Frage: wer ist Anna? Anna ist meine neueste Errungenschaft in Sachen Reisebegleitung. Sie ist witzig, suessigkeitenhasserin, obwohl sie sie tiefst im Inneren liebt, Fruehaufsteherin-und-dann-beschaeftig-werden-Wollerin-indem-sie-einen-aus-dem-Bett-klingelt-und-ich-Aerger-mit-meinen-zehn-Mitbewohnern-kriege (das war jetzt hoffentlich ein eindeutiger Wink ;-), Nudeln-von-fremden-Menschen-Erschleicherin, Schweigen ist silber - Anna ist gold, alles in allem eine aeusserst angenehme Reisebegleitung und ich bin froh, dass ich sie hab. Und ich lerne eine komplett neue Sprache durch sie: bayrisch. Anna, mir brisierts.

Anna kenn ich eigentlich schon seit meiner fruehsten Anfangszeit in Sydney, aber so wirklich haben wir erst seit Weihnachten was miteinander zu tun. Und vollkommen planlos wie wir sind, sagt sie bei einem gemuetlichen 6-Uhr-Cappuccino: "Ich fahr die Ostkueste hoch." Und ich sag:"Kann ich mitkommen?" ... und die Sache war abgemacht. Nach Silvester sollte es losgehen.

Silvester - ein schwarzer Abend in meiner Reisegeschichte. Ich will eigentlich gar nicht drueber reden. Nur ganz kurz: nach viel zu vielen bloeden Umstaenden, gefuehlten tausend zurueck gelegten Meilen in meinen neuen im Sommerschlussverkauf erstandenen goldenen Schuhen und zwei Blasen spaeter, haben wir nur die Haelfte des Familienfeuerwerks gesehen und das grosse im Prinzip ganz verpasst. Dank eines Zweimetermenschen neben mir in der Menge von 22 000 anderen, der eine recht guenstige Sicht hatte und mit einem Verwandten in Burma telefonierte, konnte ich das Spektakel wenigstens in audio erleben. Nachdem er mich, nachdem die ganze Ballerei vorbei war, besserwisserisch anglotzt und fragt, ob ich den wisse, was Burma ist und wo Burma ist, danke ich ihm natuerlich nicht fuer seine Berichterstattung vom Goldregen. Nachdem uns dann auch noch der teure Billigwein geklaut wurde, konnten wir nichtmal unseren Frust wegtrinken und gingen brav ins Bett.

Am naechsten Tag hiess es Rucksack packen, da ich mich am 2. Januar alleine in die Blue Mountains zum wandern aufmachte. Dieses Bergplateau war mal wieder atemberaubend, die dazugehoerigen Wasserfaelle auch und da es mein erster Ausflug in Australien raus aus der Grossstadt war, kann ich nur sagen, dass dieser Kontinent gut mit Neuseeland mithalten kann. Die zwei Tage Natur waren wunderschoen, bevor es am 3. Januar, nun mit Anna, endlich richtig mit der Reise losging. Im unbequemen Nachtbus ging es rauf nach Coffs Habour. Auf der Fahrt hab ich im Dunkeln mein erstes Kaenguru gesehen! War gleich so aufgeregt, dass ich nicht mehr einschlafen konnte, was von allen anderen belaechelt wurde. Mit recht, wie ich am naechsten Tag im Hellen feststellen konnte: die Dinger jumpen hier in Horden durch die Praerie. Nach dem hundertsten wurden sie mir jetzt auch schon langweilig.

Coffs Habour, in aller Fruehe erreicht und angeblich eine wunderschoene Hafenstadt, begruesste uns mit Regen, servierte uns Regen zum Mittag und zum Abendbrot gab es nochmal eine Extraportion. Da es am naechsten Morgen schon nach Byron Bay weiter gehen sollte, haben wir den Hafen und die Stadt im Schnelldurchlauf erkundet und uns ein Fahrrad gemietet. Nachdem wir natuerlich klitschepudelnass waren, haben wir den Rest des Tages mit Film gucken, Karten spielen und essen -so wie immer- hinter uns gebracht. Und wieder in aller Fruehe gings am naechsten Morgen nach Byron Bay ins Paradies! Und davon erzaehl ich dann das naechste mal. Anna will beschaeftigt werden.

1 Kommentar 14.1.08 09:28, kommentieren

Weihnachten in Sydney

Zureuck aus NZ gings gleich wieder fuer mich ans Geld verdienen. Diesmal nur als Spendensammler, fuer eine ominoese Gesellschaft, die sich Aidshilfe nannte. Ich will nicht wissen, wo mein gesammeltes Geld wirklich hinfloss, aber ich will meinen ehemaligen Arbeitgebern ja auch nichts unterstellen... Obwohl die wirkliche Weihnachtszeit fuer uns Backpacker fernab von Familie, Plaetzchen und Kaelte eigentlich ausgefallen ist, hatte ich doch einen sehr schoenen heiligen Abend im Kreise meiner hier gewonnenen Freunde. Wir waren zu acht, den "Weihnachtsbaum" haben Doreen, bei der ich liebenswuerdigerweise ueber die Feiertage auf dem Fussboden schlafen durfte, weil ich mir kein Hostel leisten konnte, am Tag zuvor im Botanical Garden geklaut, wir hatten genau eine Herdplatte und weder Tisch noch Stuehle. Als Weihnachtsschmaus konnten wir dennoch Huehnchengeschnetzeltes in Pliz-Zwiebel-Sahne-Sosse mit Nudeln zaubern. Der Nachtisch, Schokofondue, hat leider nicht mehr reingepasst und wurde am naechsten Tag verspeist. Dann gabs eine kleine Bescherung und dann wollten wir noch zum Mitternachtsgottesdienst, aber die Kathedrale (!) war einfach schon zu voll, das wir nicht mehr reinkamen. Und irgendwann ging es dann ganz besinnlich fuer uns alle ins Bett. Und da muss ich jetzt auch hin...

1 Kommentar 10.1.08 09:14, kommentieren

Neusseland hin und zurueck und noch so vieles mehr

Okay, zugegeben, ich werde faul, was diese Seite betrifft, obwohl ich mir immernoch nicht sicher bin, ob sie eh nur von meinen lieben Eltern gelesen wird, die ja sowieso immer auf dem Laufenden sind. Fuer alle anderen (Mama und Papa, ihr koennt jetzt wirklich aufhoeren zu lesen, das wisst ihr alle schon!):

In den letzten Wochen ist wirklich unglaublich viel passiert, ich habe viel gesehen, viel erlebt, zugenommen... Vom 12.11. bis zum 15.12. war ich in Neuseeland. Da ich dort wirklich viel erlebt habe, versuch ich mich jetzt hier nur auf eine sehr sehr kurze Zusammenfassung zu beschraenken. Also NZ ist wirklich atemberaubend schoen. Das sagt im Prinzip schon alles. Aber wie ich im Unterricht gelernt habe, muss man Thesen auch belegen. Also zum ersten ist es dort wunderbar gruen, ueberall. Dann gibt es dort nicht nur tausende von Schafen, sondern mindestens genauso viele Kuehe und Wild. Natuerlich liessen sich mal wieder neuartige Vogelarten entdecken, die witzige Puschel auf dem Kopf haben oder Gerauesche wie Tueren machen, sehr zutraulich sind... Allgemein laesst sich ueber die Vogelwelt aussagen, dass sie merkwuerdigerweise oefter zu Fuss als im Flug unterwegs ist und leider nicht so bunt wie in Australein. Nun eine kleine Abhandlung ueber die Staedte und Menschen NZ's: die Grossstadte, ausgenommen Auckland und Wellington, gleichen unseren deutschen Doerfern, die Menschen sind allgemein netter, hilfbereiter und nicht so gehetzt, wie in Deutschland. Einige Punkte zum Verkehr: im Prinzip hat NZ ein gutausgebautes Verkehrsnetz, das dennoch nicht sehr stark befahren ist. Mein persoenliches Highlight: die Fussgaengerampeln zaehlen rueckwaerts, sodass der geneigte Troedler genau abschatzen kann, ob er sich beim Ueberqueren der Strasse beeielen muss oder nicht. So, das war jetzt alles bla bla bla. Nun zu den wirklich tollen Seiten Neuseelands. Es gibt wirklich viel zu erlben und zu sehen: Vulkane, wunderschoene Straende, Wiesen, Berge, unglaubliche Kuestenformationen, Mudpools und Schwefelbaeder... und nun fuer alle, die es ganz genau wissen wollen: den Milford Sound, die Pancake Rocks, den Abel Tasman NP, den Tongariro NP, Lake Taupo, Queenstown, Rotorua, Wai-O-Taupo, Coromandel. Da NZ das Land der Funsportarten ist, kamen auch diese nicht zu kurz, obwohl ich gerne noch mehr ausprobiert haette, was mir mein Zeitmangel und Geldmangel leider unteragt haben. Mit Jetboat und Kayak fahren ging es gediegen los. Dann war ich beim Canyoning. Ein einzigartiger Trip und ich bin ja eine Tussi, aber da war ich mutig. Abseilen, von Klippen und Wasserfaelle runter springen oder einfach rueckwaerts runter rutschen lassen. Ein riesengrosser Spass! Ein paar Tage spaeter dann hat ein Fallschirmsprung meinen Adrenalinspiegel absolut in die Hoehe schnellen lassen. Der war einfach nur gigantisch und wunderschoen. Wenn ich hier in Australien nochmal reich werde, muss ich den wohl wiederholen. Aber erstmal abwarten. Diese vier wunderschoenen Wochen in Neuseeland bleiben eine unvergesslich schoene Zeit fuer mich und ich danke meinen Eltern, die mir diese Reise mit ermoeglicht haben!

1 Kommentar 10.1.08 09:04, kommentieren